Kategorie: Fachartikel

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LinkedIn-Studie: Mehrzahl der Unternehmen spricht potentielle Mitarbeiter falsch an

LinkedIn-Studie: Mehrzahl der Unternehmen spricht potentielle Mitarbeiter falsch an

Die Umfrage unter 14.000 Arbeitnehmern zeigt, worauf Kandidaten bei der Ansprache durch Recruiter Wert legen

Unternehmen verpassen es, durch fehlende Informationen über die eigene Firma, Fachkräfte für sich zu gewinnen. Ein Anfängerfehler, der aber anscheinend über alle Branchen hinweg verbreitet ist. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie* „Inside the Mind of Today’s Candidate“ des weltweit größten Karrierenetzwerks LinkedIn.

Neun von zehn der deutschen Fach- und Führungskräfte sind offen für neue Jobangebote. 57 %fühlen sich geschmeichelt, wenn sie angesprochen werden. Allerdings wollen Kandidaten nicht nur eine bloße Stellenbeschreibung erhalten, sondern auch Informationen über das Unternehmen. 74 % der deutschen Befragten und damit mehr als der weltweite Durchschnitt (69 %) legen hierauf besonderen Wert. 38 % bezeichnen Einblicke in die Unternehmenskultur als „Muss“ bei der Ansprache durch Recruiter. Auf der anderen Seite sagen 68 % der Arbeitnehmer, welche vor kurzem ihre Position gewechselt haben, dass sie vor Antritt der Stelle sehr wenig oder gar nichts über ihren aktuellen Arbeitgeber gewusst hätten.

Das bedeutet, dass Unternehmen aus einem wesentlich größeren Talentpool schöpfen könnten, wenn sie die Unternehmensmarke strategischer bei potenziellen künftigen Mitarbeitern aufbauen würden.

Die Studie ergab außerdem, dass knapp ein Fünftel (18 %) der Personen auf Jobsuche vor der Bewerbung kein klares Bild davon haben, wie es wäre, in den betreffenden Unternehmen tätig zu sein. Sie wünschen sich darüber hinaus detailliertere Informationen über mögliche künftige Arbeitgeber.

„Mit einer aktuellen Arbeitslosenquote von weniger als sechs Prozent ist der Arbeitsmarkt derzeit stark auf die Bewerber fokussiert. Fach- und Führungskräfte können sich ihre Jobs aus einer Vielzahl von Angeboten aussuchen“, sagt Barbara Wittmann, Direktorin für den Bereich Rekrutierungslösungen und Mitglied der Geschäftsleitung Deutschland, Österreich, Schweiz bei LinkedIn. „Der Kampf um Mitarbeiter wird dadurch natürlich härter. Die HR-Funktionen in Unternehmen müssen strategischer denken und arbeiten, um gefragte Mitarbeiter zu gewinnen. Die Ausrichtung der Arbeitgebermarke auf die wichtigsten Zielgruppen ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Recruiting.“

Tipps für starkes Employer Branding

Eine gute Arbeitgebermarke aufzubauen ist entscheidend, um Talente für sich zu gewinnen. Barbara Wittmann gibt Unternehmen folgende Tipps:

Hören Sie nach innen

Um festzustellen, wie Ihr Unternehmen wahrgenommen wird, sprechen Sie zuerst mit Ihren Mitarbeitern, denn diese kennen die Marke bereits. Ist es das Bild, das sie auch nach außen vermitteln wollen oder müssen Sie Anpassungen vornehmen?

Seien Sie transparent

Vermitteln Sie möglichen Kandidaten einen Blick in Ihr Unternehmen. Halten Sie beispielsweise Ihre Homepage immer aktuell und füllen Sie diese mit den wichtigsten Informationen, die potenzielle Mitarbeiter benötigen könnten. Präsentieren Sie Ihr Unternehmen in sozialen Netzwerken und posten Sie regelmäßig Einblicke aus dem Arbeitsalltag.

Verbinden Sie Recruiting und Marketing

Ihre Arbeitgebermarke ist eng verbunden mit der Gesamtmarke. Daher kann auch das Marketing-Team helfen, die Markenbotschaft an die richtige Zielgruppe zu bringen.

Setzen Sie Mitarbeiter als Markenbotschafter ein

Niemand kann glaubwürdiger zeigen, warum gerade Ihr Unternehmen ein Top-Arbeitgeber ist als die Mitarbeiter. Ermutigen Sie sie, ihre Erfahrungen mit ihrem Netzwerk zu teilen, um den Talentpool zu erweitern.

Gründe für die Suche nach einem neuen Job

LinkedIn’s Umfrage enthüllt außerdem die Hauptgründe, die Arbeitnehmer motivieren, sich nach einer neuen Beschäftigung umzusehen. Spitzenreiter sind schlechte Unternehmensführung bzw. -management mit 62 %, gefolgt vom Wunsch nach einer besseren Vereinbarkeit mit den eigenen Interessen und Werten (53%). Erst auf Platz drei folgt mit 48 % die Aussicht auf besseres Gehalt.

Zur Studie: Im April 2017 wurden 14.000 Arbeitnehmer in mehr als 20 Ländern weltweit befragt, darunter 7.700, die in den vergangenen drei Monaten eine Stelle in einem neuen Unternehmen angetreten haben.

*Quelle: LinkedIn, Juli 2017

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