Lieber Job als Liebe? So denken die Deutschen über ihre Arbeit

Lieber Job als Liebe? So denken die Deutschen über ihre Arbeit

Kinder oder Karriere? Job oder Beziehung?

Eine aktuelle XING-Umfrage offenbart erstaunliche Einstellungen der Deutschen zu Arbeit und Leben.

Was wäre für Sie schlimmer? Vom Chef entlassen oder vom Partner verlassen zu werden? So eindeutig wie man denken könnte, ist die Sache für viele Menschen nicht. Denn für immerhin fast jeden zehnten Arbeitnehmer in Deutschland wäre eine Kündigung belastender als ein Schlussstrich durch den Liebsten. Bei den Frauen ist dieser Wert sogar noch höher als bei ihren männlichen Kollegen.  Immerhin: Für den Großteil der Erwerbstätigen geht die Liebe immer noch vor. Knapp 80 Prozent der Erwerbstätigen würden unter einem Beziehungsende mehr leiden als unter einer Kündigung.

Das ist nur eines der interessanten Ergebnisse eine aktuellen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von XING unter rund 1.000 Fach- und Führungskräften in Deutschland durchgeführt hat. In der repräsentativen Studie offenbaren die nämlich einige überraschende Gedanken, Meinungen und Aussagen rund um den Job.

Nachdenklich machen sollten zum Beispiel die hohen Werte, die auch im Jahre 2016 immer noch bei der Frage erzielt werden, ob Kinder einen negativen Einfluss auf die Karriere haben könnten. Ein sehr großer Teil (41 Prozent) der deutschen Fach- und Führungskräften ist nämlich dieser Meinung. Besonders unter den Frauen herrscht hier große Skepsis: 61 Prozent von ihnen sehen dies so.  Bei den männlichen Fach- und Führungskräften sind es hingegen nur 28 Prozent. Übrigens: Wer selbst Kinder hat, ist in Sachen Karriereaussichten noch negativer eingestellt: 44 Prozent der Familienmütter und -väter glauben, dass sie durch ihren Nachwuchs einen Nachteil bei beruflichen Erfolg haben.

Tabuthemen im Job

Auch auf anderen Gebieten fördert die XING-Umfrage Interessantes zutage: zum Beispiel bei der Offenheit, mit der bestimmte Themen mittlerweile unter Kollegen am Arbeitsplatz besprochen werden.  So bröckelt etwa die „Mauer des Schweigens“, die es in Deutschland um das Thema Gehalt gibt, zusehends: Bereits jede vierte Fach- und Führungskraft (27 Prozent) würde auch mit Kollegen über die eigene Gehaltshöhe sprechen. Dabei zeigt  sich Deutschland immer noch geteilt: Für Erwerbstätige aus den neuen Bundesländern ist das Gehalt ein weitaus größeres Tabu als für ihre Kollegen aus dem Westen: So würde im Osten jeder Zweite nicht mal mit engen Freunden über das Thema sprechen (48 Prozent), während das im Westen fast zwei Drittel tun würden (64 Prozent). 

Das größte No-Go-Thema im Büro ist übrigens das Thema Sexualität. Die überwiegende Mehrheit der Befragten (85 Prozent) würde ihren Kollegen nie etwas über die eigenen sexuellen Präferenzen erzählen. Mit großem Abstand (63 Prozent) folgen an zweiter Stelle Themen wie etwa Alkohol- oder Medikamentensucht oder psychische Krankheiten (44 Prozent).

Deutsche Führungskräfte überschätzen sich

Auch bemerkenswert: An Selbstvertrauen mangelt es vielen Arbeitnehmern hierzulande nicht. Mehr als jeder Zweite (56 Prozent) schätzt die eigene Arbeitsleistung als besser ein als die der Teamkollegen. Besonders angetan von sich sind übrigens die deutschen Führungskräfte – hier liegt der Anteil der positiven Selbstwahrnehmung bei über 60 Prozent.

Wenn man bedenkt, dass das Vorgesetzten- und Führungsverhalten z. B. bei Kununu und weiteren Studien größtenteils als stark defizitär beurteilt wird, macht dieses Ergebnis doch nachdenklich. Die Fähigkeit zur Reflexion des eigenen Verhaltens und der Abgleich zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung fehlen wohl bei der einen oder anderen Führungskraft.

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Quelle: https://spielraum.xing.com/2016/02/lieber-job-als-liebe-so-denken-die-deutschen-ueber-ihre-arbeit/

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