Der Winter 2012/2013 und seine Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft

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Der Winter 2012/2013 wird vielen Deutschen als besonders kalt und lang in Erinnerung bleiben. Die bundesweite Durchschnittstemperatur lag bei 0,3 Grad Celsius und damit 0,6 Grad unter dem Mittel von 1981-2010. Nach mildem Winterbeginn zeigten sich besonders Februar und März von ihrer kalten Seite. Der März 2013 gehört mit einer Durchschnittstemperatur von 0,2 Grad zu den sechs kältesten seit 1881. Dazu passt, dass es der sonnenscheinärmste Winter seit Beginn flächendeckender Messungen im Jahr 1951 war. Im bundesweiten Mittel schien die Sonne in den drei Wintermonaten nur 96 Stunden.

Besonders der kalte März dürfte mehr als nur Nerven gekostet haben. Ausbleibende Einnahmen und steigende Kosten haben zur Folge, dass die Jahresziele in einigen Branchen bereits jetzt nach unten korrigiert werden müssen. Traditionell leiden unter harten Wintern besonders das Baugewerbe, die Landwirtschaft und der Einzelhandel.

Trotz guter Auftragslage lag der Umsatz im Baugewerbe schon im Januar elf Prozent unter dem Vorjahreswert. Für die Folgemonate ist mit kaum besseren Werten zu rechnen.Auch im stationären Einzelhandel schlägt sich der lange Winter auf die Zahlen nieder. Zwei Drittel aller deutschen Einzelhändler meldeten im März einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr. Bei einem Drittel der Einzelhändler lag der Umsatzrückgang bei über fünf Prozent.

Ökonomen der Deutschen Industrie- und Handelskammer gehen davon aus, dass der lange Winter die deutsche Wirtschaft insgesamt etwa zwei Millarden Euro kosten wird. Duch den langen Winter entstehen aber noch weitere Kosten: Winterschäden am Straßennetz belasten die öffentlichen Haushalte in Milliardenhöhe, hinzu kommen Produktivitätsausfälle durch Verspätungen sowie den deutlich erhöhten Krankenstand.

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