Resilienz – heute wichtiger denn je

Resilienz – heute wichtiger denn je

Die Basis für ein erfolgreiches Leben!

Schon mal gehört? Wie spricht man das aus? Und – was bedeutet das? Wieder ein Modebegriff?

Nein, die resilienten Fähigkeiten werden heute schon in vielen Assesmentcentern abgeprüft. Weiter finden sich spezielle Fragestellungen in Vorstellungsgesprächen wieder.

Der neue Mitarbeiter und die neue Mitarbeiterin sollen eine gewisse Widerstandskraft mitbringen. Speziell Führende sollen auch nach schwierigen Situationen schnell wieder in einen effizienten Arbeitsmodus zurückfinden.

Resilienz kann gelernt werden … und das beginnt schon in der Schule! Ute Roth hielt einen Resilienz-Workshop mit 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Als Expertin für Selbst- und Zeitmanagement sowie Stressmanagement hat sie langjährige Erfahrung wie Stress mit Resilienz kompensiert werden kann. In ihrem Vortrag verstand sie es den Zuhörern, auch anhand von Beispielen aus dem Alltag, nahe zu bringen, was Resilienz bedeutet und wie man seine eigenen Potenziale entdecken und stärken kann.

Dieses sperrige Wort Resilienz (lat. resilire = zurückspringen) kommt ursprünglich aus der
Materialstoffkunde und beschreibt hier, wie ein Material nach Beanspruchung wieder in seine alte Form zurückspringt.

Was hat das mit uns zu tun?

Schon in der Schule und später im Berufsleben geraten wir bei der Bewältigung von zu vielen Anforderungen auf Dauer in Stress.  Stress ist  eine natürliche Reaktion, die sich in bedrohlichen Situationen einstellt. Stresshormone durchfluten unseren Körper, um diesen mit Energie für Kampf oder Flucht zu versorgen. Der heutige Mensch aber kann im Gegensatz zum Urmenschen meist weder aus seiner bedrohlichen Situation (am Arbeitsplatz oder auch in der Familie) fliehen, noch physisch kämpfen. Und wenn so nicht adäquat auf den Stress reagiert werden kann, macht er krank.

Es benötigt also eine seelische Widerstandsfähigkeit oder Unverwüstlichkeit – Resilienz. Resilienz ist gewissermaßen das Immunsystem der Seele. Ein Stehaufmännchen kann als Sinnbild für diese Widerstandskraft gelten – diese Spielzeugfigur besitzt die Fähigkeit, ihre aufrechte Haltung aus jeder
beliebigen Lage wieder einzunehmen.

Resiliente Menschen lassen sich von widrigen Lebensumständen, Lebenskrisen und Schicksalsschlägen nicht unterkriegen.

Sie können kreativ und flexibel in Krisen reagieren, in denen andere sich hilflos fühlen. Belastungen erleben resiliente Menschen eher als Herausforderung denn als Problem oder unlösbare Krise.  Sie erholen sich schneller von Fehlschlägen und Niederlagen als Menschen, die über eine geringe Resilienz verfügen.

Die Stärkung der eigenen Ressourcen steht im Mittelpunkt.

Resilienz ist ein Kompetenzbündel, das Selbstvertrauen, souveräne Selbststeuerung, innere Festigkeit, hohe Stressresistenz, Flexibilität, Freude an Neuerungen, Vertrauen in Wandel, klare Werteverankerung, kreatives Denken und einfühlsame Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit miteinander verbindet und damit die gute Basis für ein selbstbewusstes Leben bildet.

Warum bewältigen manche Menschen Krisen besser als andere?

Resilienz ist nicht angeboren, sondern im Laufe der Entwicklung erlernt. Der Grundstein hierfür wird in der Kindheit gelegt. Da eine gute Resilienz also erlernt ist, kann jeder seine Resilienz steigern, wenn es ihm daran mangelt. Laut der Resilienzforschung (die gibt es!) sind mehrere Resilienzfaktoren für eine gute seelische und körperliche Widerstandkraft wichtig:

In erster Linie die Überzeugung, dass wir Einfluss auf unser Leben haben. Das Vertrauen in die Selbstwirksamkeit ist die wichtigste Fähigkeit resilienter Menschen. Menschen mit einer guten Widerstandskraft übernehmen für ihr Leben und ihr Handeln die Verantwortung.  Menschen mit einer geringen Resilienz sehen sich oft in der Opferrolle  und fühlen sich deshalb hilflos und ohnmächtig. Insgesamt hat die Forschung sieben wesentliche Resilienz-Schutzfaktoren beschrieben:

Die sieben Säulen der Resilienz

1. Selbstwirksamkeit

Sie können aus eigener Kraft etwas bewirken. Entwickeln Sie Ihr gesundes Selbstvertrauen.

2. Akzeptanz

Akzeptieren Sie dort, wo kein Einfluss (mehr) möglich ist, das
Unabänderliche. Konzentrieren Sie sich auf Ihren Einflussbereich und Ihre Einflussmöglichkeiten.

3. Optimismus

Blicken Sie zuversichtlich in die Zukunft, auch in schwierigen
Situationen. Kalkulieren Sie Stolpersteine ein und entwickeln Sie alternative Handlungsmöglichkeiten

4. Lösungsorientierung

Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf mögliche Lösungen und
nicht auf die Hindernisse. Seien Sie kreativ und entwickeln Sie Handlungs-Optionen.

5. Selbstverantwortung

Übernehmen Sie Verantwortung für sich selbst und legen Sie
die Opferrolle ab. Setzen Sie Grenzen – sich selbst und anderen.

6. Das soziale Netzwerk

Pflegen Sie positive Beziehungen. Geben Sie Unterstützung und nehmen selbst auch Unterstützung an!

7. Zukunftsorientierung

Orientieren Sie sich an Ihren eigenen Werten. Setzen Sie sich realistische Ziele und verfolgen Sie diese.

Gesundes Leben

Wenn Sie eine Achtsamkeit hierfür entwickeln, stärken Sie Ihre seelische und körperliche Gesundheit. Und Gesundheit ist mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit und körperlichen Gebrechen. Gesundheit ist nach der Definition der WHO auch die Fähigkeit, das Leben in all seinen Facetten meistern zu können. Und das kann man auch trainieren – denn –  lernen können wir lebenslang!

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